Die Stressechokardiographie (Belastungsultraschall des Herzens)

Warum ein Belastungsultraschall / Stressecho?

Die Echokardiographie (echokardiographische Untersuchung des Herzens) erfolgt in der Regel unter Ruhebedingungen. Dabei werden Ruhe- bzw. Minimalwerte für die Füllungseigenschaften des Herzens, die Herzfrequenz und Pumpkraft des Herzens ermittelt.

Im Rahmen von verschiedenen Erkrankungen des Herzens kann es jedoch zu einer abnormalen Reaktion des Herzgewebes auf eine Belastung kommen. Hierbei ist die wichtigste und häufigste Erkrankung die der Herzkranzgefäße, eine s.g. koronare Herzerkrankung (KHK).

Kann der Patient noch ausreichend körperlich belastet werden, erfolgt die Untersuchung in unserer kardiologischen Privatpraxis dynamisch mit einem modernen Liegeergometer. Sollte die Belastbarkeit bei Patienten untersucht werden, die nicht mehr mobil sind, gibt es die Möglichkeit einer medikamentösen (pharmakologischen) Belastung durch das kardiale Stresshormon Dobutamin: ein Medikament, das die Pumpleistung des Herzens erhöht und somit eine Stresssituation im Herzen erzeugt.

Untersuchungsablauf einer dynamischen Stressechokardiographie im Facharztzentrum International

  1. Der Patient wird auf dem Liegeergometer in Linksseitenlage positioniert, EKG, Sauerstoffsättigungsmessung und Blutdruckmessgerät werden angelegt. Dann werden die Ultraschallaufnahmen des Herzens in Ruhe erfasst.
  2. Die Belastung wird nach einem Protokoll gestartet, gleichzeitig werden zur Überwachung die Herzströme (EKG), die Sauerstoffsättigung im Blut sowie der arterielle Blutdruck kontinuierlich aufgezeichnet. Dabei erfolgt eine schrittweise Steigerung der Belastungsstufen, wie bei einem konventionellen Belastungs-EKG (Ergometrie).
  3. Während jeder Belastungsphase werden bis zum Erreichen der Maximalbelastung simultan Bilderserien der einzelnen Herzabschnitte erfasst. Dabei richtet sich die maximale Belastungsstufe nach Alter, Geschlecht und der maximalen Herzfrequenz des Patienten. Ein Abbruch der Untersuchung erfolgt sofort beim Auftreten von Beschwerden oder nach Erreichen der Zielwerte.
  4. Am Ende werden die Bilderserien durch eine moderne und hierfür spezielle rechnergestützte Befundungssoftware miteinander verglichen, um so Veränderungen der Herzfunktion abhängig von der Belastung erkennen zu können.

Vorteile einer dynamischen gegüber der medikamentös induzierten Belastung

Bei einer dynamischen Belastung nach Protokoll (mechanisches Stressecho) sorgt der Patient durch eigene körperliche Anstrengung (Radfahren auf dem Ergometer) für die diagnostisch erforderliche Belastung des Herzens.

Damit vermeiden wir die Risiken, die bei der intravenös durch synthetische Stresshomone ausgelösten Belastung des Herzens (medikamentöses Stressecho) auftreten können.

Indikationen einer Stressechokardiographie

  • Wie verhält oder verändert sich die Herzfunktion unter Belastung?
  • Gibt es Hinweise für eine Verengung der Herzkranzgefäße?
  • Beurteilung der hämodynamischen Relevanz bei bekannten Verengungen der Herzkranzgefäße Erfolgskontrolle nach revaskularisierender Therapie, z. B. nach Bypass-OP oder PTCA und Stent
  • Risikostratifizierung vor großen operativen Eingriffen
  • Prognosebeurteilung Beurteilung von Herzklappenerkrankungen und Kardiomyopathien unter Belastung