PREVENT ohne Datenspeicherung

10- und 30-Jahres-Risiko nach dem AHA-PREVENT-Basismodell 2023. Gültig für 30–79 J. ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung.
Wissenschaftliche Grundlage: Dieser Rechner basiert auf dem PREVENT-Modell (Predicting Risk of CVD EVENTs) der American Heart Association, veröffentlicht 2023/2024 in Circulation (Khan et al., 2024;149(6):430–449). Für den deutschsprachigen Raum bleibt SCORE2 (ESC) das leitliniengebende Modell.

Eingaben

Ergebnis

ASCVD, 10-Jahres-Risiko
10-Jahres-Risiko, weitere Endpunkte
Gesamt-CVD
Herzinsuffizienz
ASCVD (Kontrolle)
30-Jahres-Risiko
Gesamt-CVD
ASCVD
Herzinsuffizienz

Wichtiger Hinweis: Die berechneten Werte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Orientierung. Sie ersetzen keinesfalls eine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Für die therapeutische Entscheidung im Einzelfall – insbesondere im deutschsprachigen Raum, in dem das SCORE2-Modell der ESC leitliniengebend ist – muss stets ein qualifizierter Arzt konsultiert werden.

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PREVENT-Rechner (AHA PREVENT Calculator, PREVENT Score) für die kardiovaskuläre Risikoeinschätzung

Der PREVENT-Rechner schätzt, wie hoch das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis in den nächsten 10 beziehungsweise 30 Jahren ist – getrennt nach Gesamt-CVD, ASCVD und Herzinsuffizienz. Grundlage ist das 2023 von der American Heart Association veröffentlichte PREVENT-Modell („Predicting Risk of CVD EVENTs“), das als Nachfolger der bisherigen Pooled Cohort Equations entwickelt wurde und erstmals die Nierenfunktion systematisch in die Risikoberechnung einbezieht.

Wissenschaftliche Grundlage: Dieser Rechner basiert auf dem PREVENT-Modell der American Heart Association (AHA), veröffentlicht 2023/2024 in Circulation (Khan et al., 2024;149(6):430–449). Die Koeffizienten stammen aus US-amerikanischen Kohortendaten von mehr als sechs Millionen Erwachsenen und wurden an über 3,3 Millionen weiteren Personen extern validiert.
Wichtiger Hinweis: Die berechneten Werte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Orientierung. Sie ersetzen keinesfalls eine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Für die therapeutische Entscheidung im Einzelfall – insbesondere im deutschsprachigen Raum, in dem das SCORE2-Modell der ESC leitliniengebend ist – muss stets ein qualifizierter Arzt konsultiert werden.

Unter welchen Namen taucht dieses Modell in der internationalen Suche auf?

Wer sich mit dem PREVENT-Modell beschäftigt, stößt je nach Quelle auf unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe zugrunde liegende Werkzeug. Die folgende Zuordnung schafft Klarheit, welcher Begriff zu welchem Teil des Rechners gehört:

Entität Attribut Wert (gebräuchliche Bezeichnung)
Gesamtes Werkzeug englische Originalbezeichnung PREVENT Calculator, PREVENT Risk Calculator, PREVENT Online Calculator
Gesamtes Werkzeug Herausgeber-Bezug AHA PREVENT Calculator, American Heart Association PREVENT Calculator, AHA Risk Calculator
Gesamtes Werkzeug Kurzform PREVENT Score, PREVENT Score Calculator
ASCVD-Teilergebnis Bezeichnung des Teilergebnisses ASCVD Risk Calculator, ASCVD Score, ASCVD Calculator, PREVENT ASCVD Calculator
CVD-Gesamtergebnis Bezeichnung des Teilergebnisses CVD Risk Calculator, Cardiovascular Risk Calculator, PREVENT CVD Risk Calculator
Übergeordnete Kategorie Oberbegriff der Werkzeugklasse Cardiac Risk Calculator, Heart Disease Risk Calculator, Cardiovascular Risk Assessment

Diese Angaben fließen in die Berechnung ein

Im Unterschied zu älteren Modellen verlangt PREVENT nicht nur die klassischen Risikofaktoren, sondern auch Angaben zu Nierenfunktion und aktueller medikamentöser Behandlung:

Parameter Einheit Beschreibung
Alter Jahre Gültigkeitsbereich des Modells: 30 bis 79 Jahre
Geschlecht m/w Getrennte Koeffizientensätze für Frauen und Männer
Raucherstatus ja/nein Aktueller Zigarettenkonsum
Systolischer Blutdruck mmHg Aktueller Messwert
Blutdrucksenkende Medikation ja/nein Aktuell laufende antihypertensive Behandlung
Gesamt- und HDL-Cholesterin mmol/L oder mg/dL Bestimmt gemeinsam das Non-HDL-Cholesterin, den eigentlichen Modellparameter
Statin-Einnahme ja/nein Wird bei PREVENT anders als bei älteren Modellen separat gewichtet
Diabetes ja/nein Diabetes Typ 2
Body-Mass-Index kg/m² Direkt oder aus Größe und Gewicht berechnet
Nierenfunktion (eGFR) ml/min/1,73 m² Direkt oder aus dem Serum-Kreatinin nach CKD-EPI 2021 berechnet

Drei Zahlen statt einer: wie das Ergebnis zu lesen ist

Anders als viele ältere Rechner gibt PREVENT kein einzelnes Risiko aus, sondern drei getrennte Werte, jeweils für den 10- und den 30-Jahres-Horizont:

  • Gesamt-CVD: die Summe aus ASCVD- und Herzinsuffizienz-Risiko
  • ASCVD: Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall infolge Atherosklerose
  • Herzinsuffizienz: als eigener Endpunkt, weil PREVENT das erste breit validierte Modell ist, das dieses Risiko eigenständig schätzt

Für die Einordnung des 10-Jahres-ASCVD-Werts hat sich folgende, aus der ACC/AHA-Cholesterin-Leitlinie abgeleitete Einteilung etabliert:

  • unter 5 %: niedriges Risiko
  • 5 bis unter 7,5 %: grenzwertiges Risiko
  • 7,5 bis unter 20 %: mittleres Risiko
  • ab 20 %: hohes Risiko

Diese Schwellen sind ein Gesprächsanlass für die Statin-Erwägung, keine automatische Therapieentscheidung.


Das „Herzalter“ als anschauliche Zusatzgröße

Aus dem berechneten Risiko lässt sich rechnerisch ein Herzalter (im Original: Heart Age) ableiten – das Lebensalter, bei dem eine Person mit durchschnittlichen, optimalen Risikofaktoren dasselbe Risiko hätte. Liegt das Herzalter deutlich über dem tatsächlichen Alter, macht das den Effekt von Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion greifbarer, als es eine reine Prozentzahl vermag – ein nützlicher Einstieg für das ärztliche Gespräch.


PREVENT und SCORE2 im Vergleich

Die naheliegende Frage aus deutschsprachiger Sicht: Wie verhält sich PREVENT zum in Europa etablierten SCORE2-Modell?

Merkmal SCORE2 PREVENT
Herausgeber European Society of Cardiology (ESC) American Heart Association (AHA)
Veröffentlichung 2021 2023
Altersbereich 40–69 Jahre (SCORE2), 70–89 Jahre (SCORE2-OP, zwei Modelle) 30–79 Jahre in einem einzigen Modell
Endpunkte Tödliche und nicht-tödliche ASCVD-Ereignisse Gesamt-CVD, ASCVD und Herzinsuffizienz getrennt ausgewiesen
Zeithorizont 10 Jahre 10 und 30 Jahre
Nierenfunktion Kein Modellparameter eGFR als eigener Prädiktor
Statin-Einnahme Kein Modellparameter Eigener Prädiktor
Regionale Kalibrierung Nach vier europäischen Risikoregionen Ohne Regional- oder Ethniefaktor
Validierungspopulation Europäische Kohorten US-amerikanische Kohorten

Im deutschsprachigen Raum bleibt SCORE2 das leitliniengebende Modell der ESC – die Übertragung von PREVENT-Risikoschwellen auf die europäische Versorgungssituation ist bislang nicht durch die ESC bestätigt. PREVENT liefert dennoch zusätzlichen Erkenntniswert, vor allem durch die eigenständige Herzinsuffizienz-Schätzung und die Einbeziehung der Nierenfunktion.


Datenbasis und Trennschärfe des Modells

PREVENT wurde an mehr als 6 Millionen Erwachsenen aus 46 US-amerikanischen Datensätzen entwickelt und an über 3,3 Millionen weiteren Personen extern validiert (Khan et al., Circulation 2024). Bemerkenswert an der Entwicklung:

  • Getrennte Koeffizientensätze für Frauen und Männer, ohne Ethniefaktor im Modell
  • Berücksichtigung des Konkurrenzrisikos nicht-kardiovaskulärer Sterblichkeit
  • Externe Validierung in einer von der Entwicklungspopulation unabhängigen Stichprobe

Die publizierte Trennschärfe (C-Statistik) für das Gesamt-CVD-Risiko lag bei rund 0,79 für Frauen und 0,76 für Männer – ein für diese Art von Modell gutes bis sehr gutes Ergebnis.


Warum dieser Rechner mehr zeigt als eine einzelne Zahl

Die Umsetzung auf med-ffm.com unterscheidet sich von einer reinen Ein-Zahl-Ausgabe in folgenden Punkten:

  • Getrennte Anzeige von CVD-, ASCVD- und Herzinsuffizienz-Risiko statt eines einzelnen Werts
  • 10- und 30-Jahres-Perspektive in derselben Eingabe
  • BMI wahlweise direkt oder aus Größe und Gewicht, eGFR wahlweise direkt oder aus Kreatinin berechnet
  • Läuft vollständig im Browser, ohne Speicherung der eingegebenen Werte

Was bei erhöhtem Risiko sinnvoll ist

Unabhängig davon, ob das Ergebnis aus PREVENT oder SCORE2 stammt, gelten für die Risikoreduktion ähnliche, evidenzbasierte Maßnahmen:

  • Rauchstopp: wirkt sich bereits innerhalb von 12 Monaten deutlich aus
  • LDL-Cholesterin senken: Zielwert unter 70 mg/dL bei hohem Risiko
  • Blutdruck senken: Zielwert unter 130/80 mmHg
  • Gewicht reduzieren: BMI unter 25, bei PREVENT direkt risikorelevant
  • Bewegung: mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche
  • Nierenfunktion kontrollieren: regelmäßige eGFR-Messung, da dieser Wert bei PREVENT direkt in die Risikoberechnung eingeht
  • Medikamentöse Therapie: Statine, ACE-Hemmer oder SGLT2-Inhibitoren je nach Komorbidität

Wo das Modell an Grenzen stößt

  • Entwickelt und validiert an US-amerikanischen, nicht an europäischen Kohorten
  • Von der ESC bislang nicht als leitliniengebendes Modell für Europa übernommen
  • Keine regionale Kalibrierung, wie sie SCORE2 für europäische Länder vorsieht
  • Außerhalb des Altersbereichs von 30 bis 79 Jahren nicht validiert
  • Die 30-Jahres-Schätzung verliert bei Patienten über 60 Jahren an klinischer Aussagekraft

Das Ergebnis sollte deshalb immer im ärztlichen Gespräch eingeordnet werden – im deutschsprachigen Raum sinnvollerweise ergänzend zu SCORE2, nicht als dessen Ersatz.


Abgrenzung zu ähnlich klingenden, aber anderen Werkzeugen

In der Suche nach PREVENT tauchen regelmäßig Begriffe auf, die andere, teils grundverschiedene Werkzeuge bezeichnen. Zur Einordnung:

Werkzeug Region / Kontext Wofür es tatsächlich steht
SCORE2 / SCORE2-OP Europa, DE/AT/CH Leitliniengebendes ESC-Modell, regional kalibriert
Pooled Cohort Equations USA Vorgängermodell von PREVENT
Framingham Risk Score International Älteres Modell aus den 1990er-Jahren, weniger spezifisch
U-Prevent Niederlande Eigenständiges niederländisches Tool, trotz ähnlichem Namen nicht identisch mit dem AHA-Modell
RCRI (Revised Cardiac Risk Index) Perioperative Medizin Schätzt Operationsrisiko, keine Primärprävention
HEART Score Notaufnahme Akuteinschätzung bei Brustschmerz, keine Langzeitprognose

Wie oft berechnen, und was folgt aus dem Ergebnis?

Als Faustregel gilt: alle 5 Jahre bei niedrigem Risiko, jährlich bei hohem Risiko, sofort bei neu aufgetretenen Risikofaktoren wie einer frisch diagnostizierten Nierenfunktionseinschränkung, einem neuen Diabetes oder einem deutlichen Blutdruckanstieg. Nach jeder Berechnung sind aus ärztlicher Sicht drei Schritte sinnvoll: die Einordnung im persönlichen Gespräch, gegebenenfalls im Vergleich zum SCORE2-Ergebnis, die Dokumentation im Patientendatensystem sowie eine leitliniengerechte Anpassung der Therapie, falls erforderlich.


Lassen Sie Ihr Ergebnis in der kardiologischen Privatpraxis in Frankfurt am Main einordnen.

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