Die Coronavirus-Pandemie hat weltweit zu vielen Todesfällen geführt. Nicht erfasst sind die Todesfälle, die indirekt durch die Angst vor Covid-19 ausgelöst wurden: weil Menschen aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr zum Arzt gehen oder nicht den Notarzt rufen.

Covid-19 / Coronavorirus – bei Herzbeschwerden aus Angst vor Ansteckung nicht zum Arzt? Das ist ein Fehler

Aus Angst davor, sich mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 anzustecken, vermeiden derzeit viele Patienten, zum Arzt zu gehen. Warum dies besonders bei kardio-vaskulären Erkrankungen ein hohes Risiko ist, erkläre ich Ihnen hier und in meinem Videobeitrag auf YouTube.

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Ich empfehle Ihnen ausdrücklich, bei Herzbeschwerden zum Arzt gehen bzw. den Notarzt zu verständigen. Das Risiko, sich in einer Arztpraxis, die ich an die Hygienevorschriften hält, mit dem Corona-Virus zu infizieren, ist viel geringer, als wegen einer verschleppten Herz-Kreislauferkrankung zum medizinischen Notfall zu werden.

Warum Sie bei Herzbeschwerden unbedingt zum Arzt gehen sollten

Infektionen stellen immer ein gewisses mögliches Risiko dar. Die Gefahr, sich mit einem Virus wie dem Corona-Virus SARS-CoV-2 anzustecken, existiert. Sie muss aber in einer Arztpraxis, in der alle Hygieneregeln genau eingehalten werden, nicht größer sein, als sich z. B. auf der Straße mit dem Virus anzustecken.

  • Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 bei Internisten: abstrakt
  • Lebensgefahr beim Ignorieren kardio-vaskulärer Erkrankungen: real

Während es ein theoretisches Grundsrisiko geben kann, sich in einer Arztpraxis mit einem Virus anzustecken, ist das Risiko, das von einer lebensbedrohlichen koronaren Herzkrankheit ausgeht, extrem hoch.
Es ist daher kein Sicherheitsgewinn, wenn Sie eine lebenswichtige Behandlung versäumen, um damit vermeintlich einem Infektionsrisiko zu entgehen.

Gehen Sie zum Kardiologen, gehen Sie zum Internisten

Unbehandelte bzw. nicht rechtzeitig behandelte Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zählen zu den häufigsten Todesursachen der westlichen Welt.

Die Herzmedizin ist speziell in Deutschland auf einem herausragenden Niveau. Modernste bildgebende Verfahren erlauben es, innerhalb kurzer Zeit belastbare Aussagen darüber zu treffen, ob und wie ein Patient zu behandeln ist.

  • Haben Sie Symptome, die auf eine Erkrankung des Herzens hinweisen könnten?
  • Sind Sie wegen einer koronalen Erkrankung in Behandlung und sollten zur Nachkontrolle gehen?
  • Beobachten Sie bei sich Symptome z. B. wie andauerndes Herzstolpern, wiederkehrenden Schwindel oder Kreislaufprobleme?

Die Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus beziehen sich eindeutig nicht auf notwendige Arztbesuche. Ein Arztbesuch oder eine Fahrt ins Krankenhaus sind grundsätlich immer notwendig, wenn es um das Leben geht.

Das sollten Patienten bedenken, die Herzinfarkt-Symptome und gleichzeitig Angst vor einer Covid-19-Infektion haben

Wenn Sie die Ansteckungsrisiken und zudem das Risiko eines tödlichen Verlaufes von COVID-19 damit vergleichen, dann ist das Coronavirus-Todesfallrisiko sehr klein in Relation zur Sterblichkeitsrate beim Herzinfarkt.

Herzinfarkt bei diesen Symptomen Notarzt rufen

Herzinfarkt – bei diesen Symptomen sofort Notarzt rufen

Wählen Sie beim Verdacht auf Herzinfarkt den Notruf 112

Wie auch bei einem Schlaganfall zählt bei einem Herzinfarkt jede Minute, denn beim Verschluss einer Herzarterie stirbt etwas vom Muskelgewebe des Herzens ab. Bei geringsten Hinweisen, die auf einen Herzinfarkt schließen könnten bzw. wenn bestimmte Symptome eines Herzinfarktes bei Ihnen oder einer Person in Ihrer Nähe auftreten, rufen Sie daher den Notarzt unter 112.

Bei folgenden Beschwerden sollten Sie in jedem Fall den Notruf 112 wählen

  • Starke Schmerzen im Brustkorb: Heftige Schmerzen im Brustkorb, die länger als 5 Minuten andauern, sind ein typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt.
  • Die Schmerzen können auch variieren. Viele Betroffene verspüren ein starkes Brennen und ausstrahlende Schmerzen in die Arme, in den Hals, Kiefer oder auch in den Rücken.
  • Auch eine Ausstrahlung des Schmerzes in den Oberbauch oder zwischen die Schulterblätter ist typisch für einen Herzinfarkt.
  • In welcher Reihenfolge die Schmerzen auftreten oder ob nur einige dieser Symptome oder auch alle gleichzeitig auftreten, spielt hierbei keine Rolle, da bei jedem Menschen der Verlauf unterschiedlich ist.
  • Wählen Sie in jedem Fall den Notruf 112.
  • Starkes Engegefühl im Herzbereich: Ein starkes Engegefühl im Brust- bzw. Herzbereich ist ebenfalls ein klassisches Herzinfarkt-Anzeichen. Betroffene spüren eine starke Einschnürung und/oder einen massiven Druck auf der Brust, als würde ihnen etwas Schweres auf der Brust liegen. Viele Betroffene beschreiben das Druckgefühl mit einem Elefanten, der ihnen auf der Brust steht. Andere sagen, sie haben das Gefühl, ein riesiger Stein liegt ihnen auf der Brust. In jedem Fall ist das Druckgefühl sehr stark und sollte in jedem Fall auch ernst genommen werden.
  • Frauen leiden unter Herzinfarkt-Symptomen anders: Frauen haben häufig sehr unspezifische Symptome, die erst mal nicht mit einem Herzleiden in Verbindung gebracht werden. Atemnot, Oberbauchschmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen sind bei Frauen sehr oft ein Anzeichen für einen Herzinfarkt. Hier gilt: Handelt es sich um Beschwerden in einem noch nie dagewesenen Ausmaß, sollte unbedingt der Notruf 112 gerufen werden.

Herzbeschwerden: Wann zum Arzt gehen?

Die Anzeichen und Beschwerden eines Herzinfarktes sind in der Regel immer ein Fall für den Notarzt bzw. für den Notruf. Wenn Sie oben beschriebene Beschwerden haben, dann sind Sie ein Notfall und müssen umgehend den Notruf 112 kontaktieren, da jede Minute zählt.

Um einen solchen Notfall zu vermeiden, sollten Sie präventiv handeln und einen Kardiologen aufsuchen, der ihr Herzinfarkt-Risiko durch Anamnese und bestimmte Tests bestimmen kann.

Sind Sie bereits Patient mit kardiovaskulärer Grunderkrankung, ist es wichtig, regelmäßige Check-ups bzw. Nachkontrollen bei Ihrem Spezialisten einzuhalten. So kann eine eventuelle Verschlechterung Ihrer Werte frühzeitig erkannt werden. Ihr Arzt kann rechtzeitig gegensteuern.

In jedem Fall gilt für Sie: Auch in Zeiten der Corona-Pandemie dürfen Sie keineswegs – etwa aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus – schwerwiegende Beschwerden ignorieren. Halten Sie Ihre vereinbarten Kontrolltermine bei Ihrem Kardiologen oder Internisten ein, um sicherzustellen, dass sich Ihre Werte weiterhin in einem guten Bereich befinden und Ihr Arzt auch eventuell notwendige Anpassungen Ihrer Medikation bzw. Ihrer Therapie rechtzeitig durchführen kann.

Zusammenfassung: Wenn Symptome eines Herzinfarktes bei Ihnen oder einer Person in Ihrer Nähe auftreten, rufen Sie immer den Notarzt unter 112. Der Notarzt kennt den Weg zur nächsten auf Herzinfarkte spezialisierten Klinik.